Diplomatenfahrt

10 Jahre Botschaftstouren

Mit dem Historischen Bus in die Vergangenheit

Das Interesse war riesig! Über 40 Teilnehmer starteten mit mir und Busfahrer Claus Lescrinier am Samstag, 8. Juli, im historischen Linienbus der Stadtwerke Bonn zur ersten „Diplomatenfahrt“ durch den gesamten Stadtbezirk Bad Godesberg. Anlass war das zehn jährige Bestehen meiner Botschaftstouren. Den Bus konnte Bad Godesberg Stadtmarketing auf meine Initiative hin beim Historischen Verein der Stadtwerke Bonn mieten – und veranstaltet jetzt bis einschließlich November einmal im Monat diese Tour. Ohne viel Werbung waren fast alle Touren schnell ausgebucht, nur für den November gibt es aktuell noch einige Plätze im Bus.

Nach einer kurzen Einführung in einige technische Daten des einstigen Linienbusses von Busfahrer Lescrinier, im Ehrenamt auch 2. Vorsitzender des Historischen Vereins der Stadtwerke Bonn, starteten wir vom Bad Godesberger Bahnhof Richtung Rheinaue. Auf der B9, der früheren „Diplomatenrennstrecke“ zwischen Bad Godesberg und Bonn, ging es unter anderem vorbei an der früheren Ständigen Vertretung der DDR und der Saudi-Arabischen Botschaft, die mittlerweile abgerissen wurde. Über die Kennedyallee, vorbei an der einstigen Botschaft Japans und der Außenstelle der Kubanischen Botschaft, erfolgte der erste Kurz-Stopp vor der früheren Syrischen Botschaft, die zurzeit verkauft wird (siehe auch meinen entsprechenden Eintrag unter den Blogs).

Im Anschluss fuhren wir durch die ehemalige Amerikanische Siedlung und Plittersdorf wieder Richtung Bad Godesberger Zentrum. Da war es dann Zeit, um das erste Mal auszusteigen für eine kleine Besichtigung der Redoute und einen kurzen Spaziergang entlang der kurfürstlichen Zeile bis zur ehemaligen Chinesischen Botschaft, die vor zwei Jahren als Außenstelle der Berliner Botschaft nach langem Leerstand wieder in Betrieb genommen wurde. (Siehe auch hier den entsprechenden Blog-Eintrag).

Weiter ging es dann Richtung Mehlem zur Amerikanischen Botschaft in der Deichmanns Aue und der Villa Camphausen, der früheren Botschaftsresidenz von Süd-Korea. Dort haben wir in dem spektakulären Park mit einer Größe von rund 18.000 Quadratmetern noch einen kleinen Spaziergang gemacht und die alte Villa von außen bestaunt. Durch Mehlem und Rüngsdorf ging die Tour dann weiter zum Rheinhotel Dreesen, wo es neben einer kleinen Erfrischung auch eine kleine Geschichte des Hauses zu hören gab. Ohne das Rheinhotel Dreesen wäre Bad Godesberg nie zu einer Diplomatenstadt geworden – das war für viele Teilnehmer übrigens eine ganz neue Information. Vom „Dreesen“ ging es dann nach rund dreistündiger „Weltreise“ wieder zurück zum Godesberger Bahnhof. Und eine weitere gute Nachricht: Die „Diplomatenfahrten“ werden wegen der großen Nachfrage auch im nächsten Jahr fortgesetzt.